Dietger
Wissounig
Architekten

on off

Altenwohn- und Pflegeheim Hülgerthpark – Klagenfurt

Räume können Stimmungen verändern, Menschen beeinflussen, positive Gedanken erzeugen, Ängste auflösen, Entspannung und Freude bewirken. Sie tragen dazu bei ein aktivierendes, wohnliches, förderndes und umsorgtes Lebensraumkonzept für demenziell erkrankte Menschen zu generieren.

Ein Miteinander, ein Verflechten von Landschaftsraum und Wohnraum wird angestrebt. Die Körnung des Gebäudes entspricht dabei der inneren und äußeren Struktur von Gemeinschaftsbereichen und Gartenfeldern. Das heterogene Umfeld mit hohem Grünanteil wird dabei als zukünftiges Potential gesehen.

Der Baukörper des Pflegeheimes, der als Solitär im bestehenden Park platziert wird, verrät die innere Gliederung des Gebäudes in zwei Hausgemeinschaften um einen zentralen Platz – den „Dorfplatz“. Ein Dorf besteht aus 2 Häusern (im EG aus einem Versorgungs- und 1 Geschäftshaus, in den OGs aus je 2 Wohnhäusern). Vom Erdgeschoss mit Foyer, Rezeption, Café und Veranstaltungsraum geht der Dorfplatz in den Obergeschossen in die Funktionen der Besucher- und Stützpunkträumlichkeiten über und bildet sich als durchgesteckte offen ausgestaltete Zäsur im Gebäude ab, die als halböffentliche Zone die Parkwege aufnimmt und das Gebäude über großzügig ausgestaltete Terrassen mit der umliegenden Parkfläche verzahnt. Die Parkanlagen im Osten und Westen, die zurzeit keine Einheit bilden, werden als eine Parkeinheit erlebbar gemacht. Das Zimmer stellt die private Lebenswelt jedes Bewohners dar, indem er das Gefühl seiner ganz persönlichen Autonomie lebt. Ein Balkon, eine Sitzbank und die Möglichkeit den Raum mit eigenen Möbeln einzurichten, geben ein vertrautes heimeliges Wohngefühl. Die Anordnung der Zimmer fasst einen Platz, der das gemeinsame Wohnzimmer bildet und differenzierte Bezüge zu den Zimmereinheiten herstellt. Ein zentral liegendes Garten-Atrium (optionaler Wintergarten), das dem Wohnbereich ein wohl temperiertes Maß an Sonne gibt und Aus- und Durchblicke erlaubt, holt den Naturraum in die Wohngemeinschaft. Eine umlaufende Sitzbank mit Möbeln für persönliche Gegenstände wie Bücher etc. bildet eine Filterschicht zwischen Innen und Außen. Beunruhigenden Absturzsituationen werden vermieden. Ein Rundgang vorbei an den Zimmern rund um den gemeinsamen Bereich und das Atrium entsteht und ermöglicht es den Bewegungswunsch dementer Bewohner auch innerhalb des Wohnbereiches zu erfüllen. Dimensionen, Proportionen und Detailausbildungen mit warmen Holzelementen schaffen eine Atmosphäre des „Zuhause – Seins“.

Die Möglichkeiten der Materialien in Farbe, Form, Haptik und Geruch sollen Erinnerungen und innere Empfindungen anregen und zu neuen persönlichen Bildern der Bewohner im neuen Haus führen. Der Geruch des Gartens, das Rötliche der Lärche, das Weiß der Weißtanne, die Oberflächen von Stein, das Geräusch beim Gehen auf Keramik, das Weiche von Leder, glatte und raue Putze.

Auszug aus dem Juryprotokoll
Aus städtebaulicher Sicht besticht die gegenständige Wettbewerbsarbeit durch eine qualifizierte Gliederung der Baumasse mit transparentem Gelenksbaukörper. Durch die angebotene Lösung findet ein optisches Durchdringen von Erschließung und Parkraum statt.

Nicht offener Realisierungswettbewerb mit EU-weiter Bekanntmachung und Teilnehmerauswahl im Oberschwellenbereich
4.Platz

KPG Klagenfurt Pflege GmbH

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